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„Gala ist wie ein großes Klassentreffen, wir sind sehr gerne gekommen“

Erstellt von bvv_admin |

Bayerns Volleyballer kamen gerne zur Jubiläumsfeier 40 Jahre BVV

Erstmals in der 40-jährigen Geschichte des Bayerischen Volleyball-Verbandes hat der BVV zu einer Gala eingeladen, um seine besten und engagiertesten Mitglieder zu Ehren. Dabei stellte BVV-Präsident Klaus Drauschke zu Beginn der Veranstaltung klar, dass die Ehrungen auch stellvertretend für viele weitere Volleyballer in Bayern zu sehen sind.

Bei der Jubiläumsfeier im Festsaal des Stadttheaters Ingolstadt traf sich das „who is who“ des bayerischen Volleyballs. Von den Gründungsmitgliedern Walter Hausenblas und Peter Götz bis hin zu den Talenten der aktuellen Bayernauswahl kamen über 300 Gäste aus den Mitgliedsvereinen des BVV und aus ganz Volleyball-Deutschland. Sie erlebten zahlreiche emotionale Momente bei der von Sara Niedrig (geb. Goller) und Georg Kettenbohrer moderierten Gala. Zu Tränen gerührt war so mancher Gast als Gudrun Burschik ihre Laudatio für ihre ehemalige Teamkollegin Terry Schättler begann. „Es gibt nur einen Menschen für den ich eine Laudatio schreibe und das ist Terry.“ Voller Emotion war auch der Auftritt von Grafings Volleyball-Legende Günther Schmid, der über „sein Kind im Volleyball“ Dr. Oliver Oetke bewegende Worte wählte.

Viele Bilder gibt es auf der Facebook-Seite des BVV

Doch neben all der Freude über das Wiedersehen alter Weggefährten stand bei vielen Anwesenden Volleyballgrößen die Sorge um die Zukunft des Volleyballs im Fokus. Dabei waren sich alle Teilnehmer der Talkrunde einig, dass es für den Erfolg des Sports wichtig wäre, regelmäßig im Fernsehen und hier bei den öffentlich rechtlichen Sendern in der Prime-Time präsent zu sein. Hier forderte der der Geschäftsführer der Volleyball Bundesliga Klaus-Peter Jung, dass man sich gemeinsam mit externen Experten zusammen setzen müsse, um Volleyball fernsehkompatibel zu machen. „Bei unseren Verhandlungen mit den TV-Anstalten hören wir immer, dass wir eine tolle Sportart haben, bei der man tolle Szenen einfachen kann“, so Kronseder. „Allerdings sei sie unkalkulierbar was die Dauer der Spiele angeht. Hier sollten wir ansetzen und Lösungen suchen, damit die Spiele nicht so unterschiedlich lang dauern.“

Neben dem Kampf um mehr Medienpräsenz ist es wichtig die Jugendarbeit zu intensivieren. Für den erfolgreichsten Volleyball-Trainer Deutschlands Stelian Moculescu ist es dabei fünf vor 12. Er forderte, dass man sich in der Jugendarbeit vor allem darauf konzentrieren sollte die Talente auf ihre spätere Zeit im Erwachsenenbereich vorzubereiten und nicht auf kurzfristige Erfolge in der Jugend zu setzen. „Wenn Spieler bereits mit 16 Jahren mehrfach Deutscher Meister geworden sind, dann sind sie da oft schon satt und suchen sich woanders eine neue Herausforderung.“ Ins gleiche Horn stieß auch die ehemalige Lohhofer Vorzeigevolleyballerin Terry Schättler. Sie betonte auch die Wichtigkeit engagierter Trainer im Jugendbereich, welche die Jugendlichen motivieren und für den Sport begeistern. Arno Schulz, der Weltmeister von 1970 forderte zudem, dass die Ausbildung der Sportlehrer wieder mehr Praxis bekommen muss. „Es kann nicht sein, dass bei der Ausbildung der Sportlehrer der Praxisanteil immer mehr zurückgedrängt wird.“ Der Sport dürfe in der Schule nicht immer mehr im Abseits stehen. Diese Tatsache konstatierte auch BVV-Präsident Klaus Drauschke in seiner Festrede, der eine Bilanz des Projekts "Volleyball macht Kinder stark!" zog. „Es hat sich gezeigt, dass  einmalige Aktionen die Grundschulen nicht soweit motivieren, damit wirklich Talente in die Vereine kommen. Hier braucht  es eine nachhaltige Kooperation der örtlichen Sportvereine mit den Schulen, damit der Sport dort nicht noch mehr ins Hintertreffen gerät.“ So zeigte auch Stelian Moculescu kein Verständnis für so manche Politikermeinung: „Ich habe einmal die ehemalige Kultusministerin von Baden-Württemberg, Annette Schavan getroffen. Sie meinte, dass jeder Schüler einen Laptop bekommen solle. Ich hab dann nur gefragt, wer dann mit 30 Jahren die Krankenkasse bezahlen wird. Danach hat sie dann nichts mehr gesagt.“

Eine klare Meinung vertrat Moculescu auch, als er auf die aktuelle Flüchtlingssituation angesprochen wurde. „Alle Flüchtlinge sollten schnell arbeiten dürfen und die Verfahren schnell abgewickelt werden“, erklärte der ehemalige Rumäne, der bei Olympia 1972 selbst nach Deutschland geflohen war. „Nichts ist schlimmer als Langeweile. Ich bekam damals sofort politisches Asyl ohne einen Antrag gestellt zu haben und durfte ab dem dritten Tag arbeiten. Ich hab dann erst  einmal als Hilfsarbeiter auf dem Bau gearbeitet und Eimer und Steine geschleppt.“ Die Ängste der Bevölkerung vor den Flüchtlingen erklärte Moculescu wie folgt: „Die Angst der Menschen ist nur die Angst vor der Masse an Menschen. Wenn wir die Flüchtlinge dezentral aufteilen würden, also nur drei, vier Familien je Dorf, dann würde es diese Angst nicht mehr geben.“

In einer Talkrunde mit Sara Niedrig und Dr. Oliver Oetke wurde klar, welche Vorteile Volleyball oder Leistungssport im Allgemeinen für den weiteren Lebensweg bringt. Oetke, der mittlerweile angesehener Wirbelsäulenchirurg ist erklärte, das wichtigste im Sport und auch im Leben sei für ihn, seine Ziele konsequent zu verfolgen und mit viel Einsatz auf die Ziele hinzuarbeiten. Sky-Moderatorin Sara Niedrig fügte hinzu, sie habe durch das stete Auf und Ab im Sport gelernt mit Krisen umzugehen und diese zu meistern. Eine Fähigkeit, die auch im Beruf sehr nützlich ist.

Am Ende des Abends war sich die große Volleyballfamilie einig einen tollen Abend erlebt zu haben. Gabi Moculescu fand: „Es war ein bisschen wie ein Klassentreffen. Wir sind sehr gerne gekommen.“ BVV-Präsident Klaus Drauschke war nach dem Festakt sehr zufrieden: „Wir haben noch am Abend viele sehr positive Rückmeldungen gekommen. Auch die Tatsache, dass wir den geplanten zeitlichen Rahmen nicht einhalten konnten hat kaum gestört. Vielmehr wurde allen Volleyballern klar, dass die Laudatoren mit viel Engagement ihren Teil beitragen und ihre Botschaft vermitteln wollten. Ich denke, wir haben dem bayerischen Volleyball mit der Gala einen guten Dienst erwiesen.“ Zudem hofft Drauschke, dass der Abend auch der Startschuss war für die erfolgreiche Umsetzung der Alumni-Idee. Diese soll die besten bayerischen Volleyballer der Vergangenheit einerseits untereinander zusammenbringen und andererseits den Volleyball in Bayern weiterhin nachhaltig voran bringen.

 

Zitate der Jubiläumsfeier 40 Jahre Bayerischer Volleyball-Verband

Arno Schulz auf die Frage, wo er Volleyball in 40 Jahren sieht: „Wenn wir nicht aufpassen, dann sind wir in 40 Jahren soweit wie vor 40 Jahren.“

Mihai Paduretu auf die Frage, wie er nach Deutschland gekommen sei: „Im Gegensatz zu Stelu war meine Reise hierher nicht so aufregen. Ich bin mit Flugzeug in der Economy-Class angereist.“

Regenstaufs Trainer Oliver Niemann auf die Frage, ob er lieben Damen oder Herren trainiert: „Bei den Frauen bekommt man mehr zurück, aber bei den Männern sind die Partys besser.“

Veronika Tille bei der Verleihung des Awards an ihre Familie: „Ich habe mich damit abgefunden das schwarze Schaf in der Familie zu sein, weil ich nicht in der Nationalmannschaft spiele.“

Klaus Peter Jung: „Es war ein sehr schöner Abend. Dafür sind wir gerne die 600 Kilometer nach Ingolstadt und dann auch die 600 Kilometer nach Berlin zurückgefahren.“