Großartiges Beach-Event mit Festabend und Ehrungen in Schnaittenbach
Schnaittenbach war am Wochenende der „Nabel der bayerischen Volleyballwelt“ in mehrfacher Hinsicht. Erstmals fand hier der Bayernpokal Beach der Bezirksauswahlmannschaften statt – und war wie immer in Schnaittenbach mustergültig organisiert vom Beach-Team des Bezirks und des Kreises Nord, Günter Dobmeier (Vereinschef vor Ort), Roy Nanka (Ausrüster und Chef der Amberger Volleyballer), Gerd Spies (Kreisvorsitzender Nord) sowie Thomas Groha (Beachbeauftragter des Bezirks). Bestes Beach-Wetter, begeisternde Spiele, erfolgreiche Auswahlen des Bezirks Oberpfalz und die einmalige Lage der 6 Sandplätze vor Ort fanden höchste Anerkennung bei der großen Volleyball-Familie.
Diese tolle Veranstaltung wurde in Absprache mit dem Volleyball-Bezirk jedoch noch für weitere einmalige „Highlights“ genutzt. Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 40jährigen Jubiläum des Bayerischen Volleyball-Verbandes (BVV) galt es, verdiente Volleyballer des Bezirks besonders zu würdigen. BVV-Präsident Klaus Drauschke ließ es sich selbst nicht nehmen, zu diesem Ehrenabend zu erscheinen und zusammen mit dem Bezirksvorsitzenden Rudi Rieger schöne Glas-Trophys und Urkunden zu verleihen. Dabei wurde vielen wieder bewusst, welches enorme Engagement gerade von diesen Personen und Vereinen über Jahre hinweg für den Volleyballsport erbracht worden ist.
Fast der gesamte Bezirksrat gab den eingeladenen Gästen die Ehre, wobei besonders die BVV-Gründungsmitglieder aus der Oberpfalz hervorgehoben wurden: Kurt Heinold (TB Weiden), Otto Sommer (SGS Amberg) und Hugbert Ley (TB/ASV Regenstauf). Sie alle waren bereits vor 40 Jahren für ihre Vereine und auch auf verschiedenen Posten im Verband aktiv. Eine Ehrengabe mit Urkunde erhielten auch 11 Vereine, die genau vor 40 Jahren dem BVV beitraten. Einige hatten sogar ihre damaligen Abteilungsleiter mitbringen können. Es waren dies SGS Amberg (Otto Sommer), SV Altenstadt, TV Furth i.W. (Hans-Jürgen Bernhardt), TuS Grafenwöhr, TuS Hirschau, TV Parsberg, SV Fortuna Regensburg, TB Regenstauf (Hugbert Ley), TV Sulzbach (Manfred Renner)/TuS Rosenberg (Gerhard Hirt) - heute VG Sulzbach-Rosenberg, TV Waldmünchen und TB Weiden. All diese Vereine durften zum Ehrenabend eine besonders verdiente Person präsentieren, für die der Abteilungsleiter selbst die Laudatio hielt und damit dessen Leistungen in abwechslungsreicher Form darbieten konnte. Uli Seiler vom TV Furth ist einer dieser unermüdlich für den Volleyballsport tätigen Aktivposten. Er hat nicht nur großartige Erfolge als Trainer eingesammelt, sondern ist stets auch Freund und Vaterfigur seiner Mädchen, die ihn alle ungemein schätzen. Helmut Rescher wurde für seinen Verein TuS Grafenwöhr vorgeschlagen, weil er ebenso seit unzähligen Jahren der Motor der Abteilung ist. Manfred Böldl ist diese Figur beim SV Fortuna Regensburg. Stets sportlich wie gesellschaftlich aktiv ist er nicht aus dem Verein wegzudenken, zumal er auch viele Ämter auf Kreis- und Bezirksebene bekleidet hat. Für den TB/ASV Regenstauf wurde Mathilde Koschorz geehrt als „Mutter“ und guter Geist der Abteilung. Karlheinz Prohaska wirkt seit eh und je beim VG Sulzbach-Rosenberg unermüdlich und positiv für den Volleyballsport. Neben diesen verdienten Vereinsvertretern wurden auch Funktionäre des Bezirks geehrt. Rainer Hofmann war z.B. lange Bezirksvorsitzender, aber auch Herausgeber der Zeitung „Volleyball Oberpfalz“ und Lieferant und Sponsor vieler Druckwerke. Werner Schmitt war nicht nur Trainer und Spieler beim SVF Regensburg, sondern auch 10 Jahre Landesjugendwart und Erfinder des BVV-Wimpels für die Jugendarbeit. Sigi Meier war für den Bezirk Jugendwart und Auswahltrainer und bei VG Sulzbach der absolute Erfolgstrainer im Frauenbereich. Derzeit ist er BVV-Landesjugendwart und weiter erfolgreich Trainer beim SV Hahnbach. Otto Hauenschild war lange Zeit absolut souveräner Bezirksspielwart, bei dem der Spielbetrieb in besten Händen lag. Christian Hofmaier begann schon als Staffelleiter und Pressewart 1977 mit seiner Arbeit über den Verein hinaus. Heute ist er der absolut „dienstälteste“ Bezirkssportwart des BVV unter dessen Aufsicht und Begleitung unzählige Bezirksauswahlspieler und Auswahltrainer ihre Leistungssportkarriere entwickelt haben. Bezirksvorsitzender Rudi Rieger hatte zum Abschluss noch eine besondere Überraschung für den BVV-Präsidenten parat. Klaus Drauschke war ja auch knapp 20 Jahre für die „Ära Drauschke“ im Bezirk Oberpfalz verantwortlich. In der Laudatio kam zum Ausdruck, dass Drauschke den ASV Cham mehrfach bis in die Regionalliga brachte und mit seinen Jugendlichen dreimal die Deutsche Meisterschaft erreichte sowie den dritten Platz bei JtfO in Berlin mit der Schulmannschaft erkämpfte. Er trainierte auch die Bezirksauswahl und wurde – natürlich – Bayernpokalsieger. Laudator Hofmaier hob besonders hervor, dass bei Drauschke höchste Fachkompetenz gepaart ist mit Motivationskraft, pädagogischem Geschick, Geselligkeit und visionärem Geist. Er meinte, dass man sich keinen besseren Präsidenten wünschen könne.
Für ca. 100 geladene Gäste hatten dann die Veranstalter ein leckeres Buffet vorbereitet, das großen Zuspruch fand. Im Anschluss daran waren alle Vereinsvertreter, die Auswahltrainer Beach sowie die BVV-Verantwortlichen vom Vizepräsident Sport über die Landestrainer bis zu Beachsportwart Dieter Heidrich zu einem Festvortrag geladen. Landrat Reisinger und Bürgermeister Sepp Reindl hatten es sich nicht nehmen lassen persönlich zu erscheinen, um die Wertschätzung für diese Veranstaltung zu unterstreichen. Zunächst erläuterte Klaus Drauschke die Motivation für die Initiierung der 40-Jahr-Feiern. Volleyball sei im Gegensatz zu vielen anderen Sportarten weiterhin im Aufwind, weil die enorme Zugkraft, die vom Beach-Volleyball ausgehe, viele Jugendliche noch locken könne. Diese Möglichkeiten dürfe man nicht unterschätzen und sollte sie bald nutzen. Weiterhin forderte er die Vereine auf, das große Potential im Seniorensport nicht ungenutzt zu lassen. Viele ehemalige Volleyballer hätten derzeit wenig Betätigungsmöglichkeiten. Ein weiteres Potential eröffne sich über Angebote für Flüchtlinge und Asylsuchende, die oftmals gerade am Volleyball Interesse haben. Er erläuterte, warum über die Stützpunkte im BVV eine Konzentration der Kräfte erfolgen muss. Er werde sich aber persönlich dafür einsetzen, dass die kleineren Vereine keine Nachteile daraus ziehen müssen. Die gesamte Verbandsleitung stehe jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung. Er appellierte an die Anwesenden: „Ihr/Sie seid der BVV, nicht irgendein Funktionär oder der Präsident selbst.“ Er wünsche den Anwesenden weiterhin das hohe Engagement für diese schöne Sportart. Nach dieser Rede stellte Kreisvorsitzender Gerd Spies den Referenten des Abends vor: den Top-Trainer Tado Lehmann mit seinem Vortrag über das Thema „Teambuilding und Teamkommunikation“. Er ist seit langen Jahren Trainer und Verantwortlicher beim TV Hammelburg und hat Jugendliche wie Erwachsene vom Anfängervolleyball bis zur Bundesliga trainiert. In seinem Spezialgebiet Teambuilding zog er die Zuhörer durch seine eigene Art der Reflexion über die Prozesse der Mannschaftsfindung in seinen Bann. Er lege großen Wert auf das Erkennen der jeweiligen Bedürfnisse seiner Spieler. Ohne Vertrauen und Wertschätzung könne man keine Forderungen oder Kritiken an die verschiedenen Spielertypen heranbringen. Wenn es gelingt, diese Strukturen zu erkennen, gebe es gute Modelle, die Persönlichkeiten mannschaftlich unter einen Hut zu bringen. Dafür zeigte er viele Beispiele aus seiner Volleyballpraxis. Er wünsche sich auch, dass es den Zuhörern gelingt, möglichst viele Kids „von der Straße“ weg in den Sportverein zu holen. Sport sei eine wichtige positive gesellschaftliche Aufgabe.
Nach den Vorträgen gab es noch genug Zeit zum intensiven Erfahrungsaustausch in der anwesenden „Volleyballfamilie“.
Autor: Günter Dobmeier